Von "Alten Meistern" inspiriert

Deutsches Handwerksblatt, 14. 8. 2008
von Carmen Rigbers

Wo Kunst und Handwerk sich verbinden, entstehen meisterliche Werke. So wie bei Malermeister Matthias Gebhardt

"In der Geschichte der Menschheit ist dieses Zusammenspiel eine der erfolgreichsten Verbindungen überhaupt", sagt er. Ganz schön viel Feingeist für einen, der etwas ganz Bodenständiges gelernt hat: Matthias Gebhardt ist Maler- und Lackierermeister. Seinen Meistertitel erhielt er 2007 - mit 25 Jahren. Zu seinen Referenzen zählen besondere Fassaden- und Wandgestaltungen an gewerblichen Gebäuden oder auch Privathäusern.

Wie besonders wird klar, wenn man das Atelier von Robert Kaller in Dortmund-Löttringhausen besucht, mit dem sich Gebhardt in der "Arbeitsgemeinschaft Handwerk und Kunst" zusammengeschlossen hat. Die Fassade des Ateliers leuchtet in warmem Orange und frischem Türkis. die fein geschnitzte Holztür mit organisch geschwungenen Griffen und die bunten Mosaike im Boden und an der Wand verraten: Hier waren Gestalter am Werk. Im Inneren des Ateliers Staffeleien, ein gemauerter Wasserfall, Farbtuben, Kisten voller Steine, Gemälde und Skulpturen.

"Ich habe schon früh gemerkt, dass ich künstlerisch meine eigenen Ideen verwirklichen möchte", erzählt Gebhardt. Nach der Fachoberschulreife begann er eine Ausbildung zum Maler und Lackierer, an die sich die Ausbildung zum staatlich anerkannten Gestalter anschloss. Doch Gebhardt wollte mehr. "Mein Ziel ist es, langfristig schöne Dinge zu schaffen - durch qualitativ hochwertige Arbeit."

Um diesen hohen Ansprüchen gerecht zu werden, entschied sich Gebhardt für die Meisterausbildung. Während dieser Zeit wurde er auf Robert Kaller aufmerksam, der seit fast 15 Jahren als freier Künstler im Bereich der Gestaltung von schulen, Kindergärten, öffentlichen Gebäuden tätig ist. Kaller bot dem angehenden Meister ein Praktikum an. "Ich habe gleich gemerkt:Er ist mit ganzer Seele bei der Arbeit. Unsere Potenziale ergänzen sich perfekt."

Nach der Meisterausbildung machte sich Gebhardt 2007 selbstständig. Unterstützt hat ihn dabei HWK-Betriebsberater Norbert Lukschütz. "Herr Gebhardt hat mit der Verbindung von Handwerk und Kunst seine Nische in der Branche gefunden. Es freut mich zu sehen, dass sein besonderes Konzept aufgeht."

Gebhardts bevorzugte Materialien sind Tadelakt, Lehmputz, Lehmfarben oder Mosaik. "Tadelakt ist ein antiker, ursprünglich marokkanischer Kalkputz, der das Raumklima verbessert", erklärt der Meister. Neben ökologischen Aspekten ist für viele seiner Kunden der ästhetische Wert besonders wichtig. Die Wand-Mosaike zum Beispiel sehen aus wie Gemälde und erinnern an die Kunst von Hundertwasser: bunt, verträumt, organisch, individuell. Genau das kommt an: Brückstraßenviertel, Parkhaus Barop, Marktplatz Hombruch: Wer in Dortmund bunte Fassaden erblickt, sieht meist die Werke der Arbeitsgemeinschaft Handwerk und Kunst.

KUNST & DESIGN

In dieser Rubrik informieren wir Sie in Zukunft über Kunst und Design, Ausstellungen und Projekte mit Lehmputzen und Tadelakt in Hamburg.

Malerei auf Lehmputz von Faust Mirabell
Designobjekte Tadelakt von John O'Bol

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